Heilung durch Entgiftung und Entschlackung

Die Selbstheilungskräfte lebender Organismen, ihre Vitalität und Langlebigkeit hängt im Wesentlichen von ausgeglichenen Energieflüssen ab. Sind diese intakt, kann der Körper auch Stoffwechselrückstände und Gifte in großem Umfang ausscheiden. Angesammelte Fremdstoffe, die nicht für die Erhaltung des Lebens gebraucht und angelagert werden, hemmen die natürlichen und vollkommenen Funktionen des Körpers und müssen daher logischerweise zu organischen Störungen und chronischen Erkrankungen führen. Eine chronische Erkrankung kann auch als verzweifelte Abwehrmaßnahme des Körpers betrachtet werden. Während Darm, Nieren, Lungen und Haut zu den Ausscheidungsorganen zählen, betrachten wir die Leber als Entgiftungsorgan. Werden Fremdstoffe nicht auf normalem Weg ausgeschieden, kann sich dies durch Atemwegsprobleme, Hautunreinheiten, Verschleimungen, wie eine ständig laufende Nase, Ohrenschmalz, Augensand oder eine Dysbakterie im Darm zeigen. Schwerwiegendere Störungen, wie Zysten, Myome, Tumore und andere onkologische Erkrankungen weisen auf eine stark verminderte Ausscheidungsfunktion des Körpers hin. In diesem Fall baut der Organismus sozusagen „zusätzliche“ Zellen, welche die Gifte aufnehmen, genauso, wie wir bei überfüllten Mülltonnen zusätzliche Beutel packen, um die Umwelt nicht zu verschmutzen. Wir beobachten in Messungen, bei denen Schwermetallbelastungen, Rückstände von Pestiziden und andere Homotoxine angezeigt werden, dass die ungünstigsten Werte nicht immer bei jenen Menschen anzutreffen sind, deren Lebensgewohnheiten in puncto Ernährung oder Genussmittel nicht unbedingt als optimal betrachtet werden können. Hingegen gibt es mitunter alarmierende Werte bei Menschen, welche sich in ihrer Ernährungs- und Lebensweise sehr bewusst verhalten. Deshalb ist die vorherrschende Strategie einer Ernährungsumstellung, Ausleitung von Giften und intensiveren sportlichen Betätigung, um den Körper von krankheitsverursachenden Rückständen zu befreien, unzureichend.

Ausscheidungstypen
Man kann, was die Vergiftungsthematik anbelangt, im Wesentlichen drei Grundtypen beobachten: Es gibt Menschen, die man zu den guten Ausscheidern zählen kann. Sie sind selten krank, regenerieren schnell und haben kaum nennenswerte Gewichtsprobleme. Dann gibt es den schlechten Ausscheider, welcher sich oft mit verschiedenen Symptomen auseinandersetzen muss, die vielfach chronische Verläufe haben. Der dritte Grundtyp plagt sich mit Übergewicht. Das überschüssige Fettgewebe ist zum Depot zahlreicher Schlackenstoffe geworden. Eine dauerhafte Gewichtsreduzierung gelingt erst, wenn die „Mülldeponien“ aus dem Körper heraus sind. Natürlich liegt bei jedem Menschen eine gewisse Grunddisposition vor, die er bei seiner physischen Entstehung mitgebracht hat. Der gute Ausscheider hat zumeist ein ausgeglichenes sonniges Gemüt, hält Kränkungen nicht lange fest und ist auch sonst bis auf Phasen erhöhter emotionaler und mentaler Belastung recht stabil. So kann er auch unbrauchbare Stoffe schneller ausscheiden. Der schlechte Ausscheider ist empfindsamer und langanhaltender von schwierigen Gefühlen in Anspruch genommen. Je schwerer es ihm fällt, unangenehme Situationen zu „verdauen“, emotionale und mentale Gifte loszulassen, desto mehr sind auch seine Ausscheidungs- und Entgiftungsorgane beeinträchtigt. In diesem Fall unterstützt die Prana-Heilung in herausragender Weise die Wiederherstellung einer normalen Ausscheidungsfunktion, indem beispielsweise durch eine regelmäßige gründliche Behandlung des Solarplexus- und Nabelchakras und Reinigung der inneren Organe sowie durch das Praktizieren emotionaler und mentaler Hygiene eine schrittweise Verbesserung der Situation möglich wird. Ähnliches trifft auch für die Übergewichtigen zu. Sie haben nicht nur überflüssige Pfunde, sondern oft auch ungesunde Glaubenssätze und destruktive Gedanken, häufig über sich selbst, zu lange festgehalten. Ihr unbewusstes Anhaften an Überholtem und Unbrauchbarem hindert auch ihren physischen Körper am Loslassen.

Die gesunde Zelle schwingt
Es ist also festzustellen, dass die Fehlregulation, den Funktionskreis eines bestimmten Organs betreffend, bewirkt, dass sich Gifte in diesem ablagern. Die gesunde Zelle schwingt, reagiert über ihre Rezeptoren auf Nervensignale und Hormone – ihr Stoffwechsel ermöglicht, dass Nährstoffe aufgenommen und Unbrauchbares ausgeschieden werden kann. Sie reproduziert sich in vorgesehener Art und Weise. Steht der Mensch länger unter Stress oder trägt ein noch nicht verarbeitetes Trauma mit sich, zieht sich die Zelle zusammen und geht in den Schutzmodus. In diesem Zustand ist ihr Stoffwechsel beeinträchtigt. Um einen Entgiftungs- und Entschlackungsprozess erfolgreich zu gestalten, muss die Problemkonstellation auf der übergeordneten seelischen Ebene mit angesprochen werden. Wenn nur das betroffene Organ erleichtert wird ist es eine Frage der Zeit, wann das Problem sich wieder meldet.

Die Lebenskraft stärken
Wenn die Lebenskraft schwach ist, wird die Fähigkeit des Körpers Ablagerungen und Gifte herauszuschaffen vermindert. Deshalb sind alle Maßnahmen zur Stärkung der Lebensenergie essenziell. Neben Prana-Anwendungen gehören Atemübungen zur Intensivierung der Sauerstoffaufnahme, zur Reinigung der Chakras und der Poren sowie zur Stärkung des energetischen Levels seit Jahrtausenden zu den besonders effizienten Reinigungstechniken der feinstofflichen und stofflichen Systeme des Menschen. Eine chronische Störung der Zellatmung kann zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Körperübungen, welche nicht allein Ausdauer und muskuläres Training, sondern auch eine Anregung des Energieflusses und Harmonisierung des seelischen Befindens bewirken, leisten eine herausragende Unterstützung bei der Ausleitung von Ablagerungen. QiGong und Yoga werden deshalb auch in vielfältiger Weise therapeutisch eingesetzt.

Die individuelle Strategie finden
Manche sportliche Aktivität kann, zum falschen Zeitpunkt ausgeübt, kontraproduktiv in puncto Ausscheidung wirken. Morgens nach dem Aufstehen ist der pH-Wert meist im sauren Bereich und normalisiert sich bis gegen Mittag. Geht man in der Frühe Joggen oder macht Kraftsport, kommt es zu einer stärkeren Übersäuerung der Muskeln, auch des Herzmuskels. Besser ist es solche Trainings ab dem Mittag zu praktizieren. Diese Erkenntnis ist inzwischen auch in den Leistungssportzentren angekommen. Leben im Einklang mit den Gesetzen der Natur bedeutet auch eine Umstellung bestimmter Lebensgewohnheiten, um den Körper nicht neuerlich Giften auszusetzen. Es existiert eine unüberschaubare Fülle von Rezepten, Diätvorschriften und Fastenarten, um den Körper bei der Ausscheidung von Toxinen zu unterstützen. Vorrangig ist jedoch, die Maßnahmen dem eigenen Typ und den eigenen Lebensbedingungen anzupassen. Bestimmte Strategien können immer nur einen begrenzten Bereich abdecken. Sie gelten nicht zu allen Zeiten, nicht für alle Gelegenheiten und nicht für alle Menschen. Zum Glück beeinflussen bestimmte Methoden sowohl die körperliche als auch die feinstoffliche und seelische Ebene. Wird beim Fasten beispielsweise der Darm entlastet, geht auch das Loslassen destruktiver Gedanken und Gefühle leichter. Wenn jedoch nur die Hose und nicht das Bewusstsein weiter wird, hat die Fastenkur keine nachhaltige Wirkung. Loslassen im eigentlichen Sinn ergibt sich sowieso nur, wenn Körper und Seele als Einheit betrachtet werden. Ist die seelische Problematik erlöst, wird auch die Fehlregulation im organischen Bereich nicht mehr zurückkehren.

Die Neuaufnahme von Giften vermeiden
Leben im Einklang mit den Gesetzen der Natur bedeutet auch eine Umstellung bestimmter Lebensgewohnheiten, um den Körper nicht neuerlich vermeidbaren Giften auszusetzen. Die Zunahme an Umweltgiften in den letzten Jahrzehnten geht auch mit einem steten, nicht mehr unter den Tisch zu kehrenden Ansteigen der Zahl jener Menschen einher, die unter schwer definierbaren Gesundheitsstörungen leiden, die oftmals fehldiagnostiziert und –behandelt werden. Eigentlich könnte man auch meinen, dass das menschliche Abwehrsystem, indem es mit Allergien und anderen Beschwerden reagiert, durchaus Stärke im Sinne eines sich Wehrens gegen disharmonische Einflüsse zeigt. Dennoch wird immer selbstverständlicher davon ausgegangen, dass sich der Mensch dem Fortschritt zu unterwerfen und trotz chronischer Beschwerden alles in Kauf zu nehmen hat – seien es zunehmende Belastungen durch hochfrequente elektromagnetische Felder oder den Organismus schwächende Giftstoffe, wie Fluorid, Pestizide, Quecksilber in Zahnfüllungen und Impfstoffen und anderes mehr. Normalerweise verhindert die Blut-Hirn-Schranke, dass Schwermetalle und andere Toxine in das Gehirn eindringen. Durch intensive elektromagnetische Belastung im Kopfbereich öffnet sie sich und lässt Giftstoffe eindringen, die mitverantwortlich für Schlaf- und Konzentrationsprobleme, endokrinologische Erkrankungen, Alzheimer und Tumore sind. Dem kann mit Wandlung und Vitalisierung von Elektrosmog begegnet werden. Ein weiteres Problem ist, dass alles zum Gift werden kann, was im Übermaß aufgenommen wird. „Die Dosis macht das Gift…“, wusste schon Paracelsus. So können auch an und für sich unschädliche Nahrungsmittel in falscher Menge, zum falschen Zeitpunkt, in falscher Zusammensetzung und in zu großer Geschwindigkeit verzehrt durch Gärungsprozesse im Darm zu Giften werden.

Gute Helfer
Wenn wir gesunde Lebensweisen zur täglichen Gewohnheit machen, verhindern wir ein Zumüllen des Körpers mit Giften und fördern die permanente Ausleitung. Dazu gehört neben einer frischen unverarbeiteten vegetarischen, zu einem hohen Prozentsatz basischen Nahrung, das reichliche Trinken reinen strukturierten Wassers. Viele Kräuter vor der Haustür, wie Brennnessel, Löwenzahn, Birken- oder Brombeerblätter unterstützen die Reinigung des Körpers von innen. Ein besonderes Highlight ist der Gerstengrassaft. Dieses basischste aller Getränke reinigt und säubert den Darm, ermöglicht eine schnelle Zellregeneration, fördert die Bildung roter Blutkörperchen, was eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung bewirkt.
Da unsere Füße stärker als andere Hautpartien ausscheiden, haben neben basischen Fußbädern und Bambuspflastern mit Bioresonanz auch ausgiebige Barfußgänge einen stark reinigenden Effekt. Der beste Weg zur Gesundheit ist immer noch der „Fußweg“. Über die nackten Fußsohlen laden wir gleich den Pflanzen wesentlich mehr Erdprana auf, als durch Kunststoffsohlen. An der Erdoberfläche befindet sich überwiegend elektrische Energie. Über die Füße aufgenommen, werden die Elektronen mit dem Körperwasser transportiert, gleichen unser Energiepotenzial dem der Erde an und stellen so den elektrischen Grundzustand im Körper wieder her. Das nennt man auch Erdung. Gleichzeitig werden dabei die Reflexzonen stimuliert, was wiederum zur Kräftigung der inneren Organe führt. Basenbäder, Wechselduschen und Bürstungen sind sehr gute Möglichkeiten zur Stärkung der Ausscheidungsfunktion der Haut.
Eine herausragende Methode, um in kurzer Zeit große Mengen Ablagerungen loszuwerden ist das Reibesitzbad nach Louis Kuhne. Dabei sitzt man mit gut gewärmtem und bekleidetem Oberkörper sowie warmen Füßen auf einem über eine große Waschschüssel gelegtem Brett oder vor einem Eimer, gefüllt mit kaltem Leitungswasser, und benetzt fortlaufend den Genitalbereich mithilfe eines Waschtuches. Die Dauer der Anwendung kann von anfänglich 10 Minuten auf eine halbe Stunde oder länger ausgedehnt werden, um sich anschließend durch Bewegung oder gut zugedeckt wieder zu erwärmen. Die Rückenmarksnerven werden durch das kalte Reibesitzbad in einem so starken Maße angeregt, dass innere Entzündungszustände nach kurzer Zeit zu den Ausscheidungsorganen hin abgezogen werden. Eine erhebliche Besserung des Allgemeinzustandes ist schon nach wenigen Anwendungen spürbar. Es gibt kein anderes Bad, welches den ganzen Nervenzustand so unmittelbar und günstig zu beeinflussen imstande ist. Im Unterleib, wo sämtliche Nerven mit ihren Ausläufern zu erreichen sind, übt das kühle Bad eine intensive Reflexwirkung auf das Gehirn und alle Funktionen des Körpers aus. Sowohl akute als auch chronische Krankheiten reagieren mit einem wesentlich schnelleren Heilverlauf. In unserer Praxis erlebten wir beispielsweise das Verschwinden eines tischtennisballgroßen Myoms im Uterus allein durch die Kombination von Prana-Anwendungen und Reibesitzbädern in weniger als sechs Wochen. Natürlich ist auch die altbewährte Sauna eine angenehme Entschlackungsmaßnahme. In Fastenzeiten empfehlen sich zusätzlich Einläufe, die auch hin und wieder mit Basenwasser oder zur besonders intensiven Reinigung mit Kaffee durchgeführt werden können.
Entgiftung und Entschlackung sind eine wesentliche Voraussetzung zur selbstbestimmten Gesunderhaltung und Genesung. Mit den vorgestellten Methoden kann jeder selbst Erfahrungen sammeln und sein eigener Heilkundiger werden. Dennoch sollte auch hier ein gesundes Maß an den Tag gelegt werden. Wir müssen auch lernen, mit unvermeidbaren Giften zu leben und mit diesen fertig zu werden. Dafür brauchen wir ein gewisses Maß an Konfrontation, um fit für die Auseinandersetzung unseres Körpers mit Umwelteinflüssen zu bleiben.

Die große Kraft Instruierenden Heilens

Wie zahlreiche Schulen Geistigen Heilens widmet auch Grandmaster Choa Kok Sui dem Instruierenden Heilen in seinem Band „Die hohe Kunst des Pranaheilens“ ein Kapitel. Der Autor erörtert darin verschiedene Möglichkeiten, wie das Körperunterbewusstsein – jene Intelligenz, die alle Lebensprozesse harmonisch steuert – Anweisungen oder Bilder, welche durch den Heiler oder den Klienten selbst an die Chakras oder den physischen Körper übermittelt werden, aufnimmt und so die Selbstheilungsprozesse beschleunigt. Diese Praxis basiert auf Jahrtausende alten Erfahrungen, welche durch die modernsten Forschungen zur Feldtheorie und Quantenmechanik bestätigt werden.
Für erfolgreiches Instruierendes Heilen bedarf es sowohl eines hohen Grades an Bewusstheit und liebevoller Güte des praktizierenden Heilers, als auch Vertrauen und Empfänglichkeit beim Klienten. Da für eine physische Manifestation Instruktiven Heilens bestimmte Zeiträume von Bedeutung sind, weist Choa Kok Sui darauf hin, dass die Instruktion 10 bis 15 Minuten pro Sitzung und bis zur vollständigen Heilung je nach individueller Situation ein oder mehrmals täglich ausgeführt wird. Daher erscheint es in manchen Fällen sinnvoll, dass sich der Heilungssuchende selbst eine regelmäßige Praxis zu Eigen macht. Instruierendes Heilen kann auch fließend in die Prana-Heilung integriert werden, indem beispielsweise das betroffene Gebiet während des Energetisierens als gesund und vital visualisiert wird. Im Grunde wirken Instruktionen wie Gebete. Indem sich Heiler und Empfangender für die schöpferische Kraft der Göttlichen Ordnung öffnen, fließt höheres Bewusstsein in fehlregulierte Ebenen, die sich so schneller harmonisieren können. Durch eine tief empfundene Anrufung, ruhige Pranaatmung und Aktivierung höherer Gefühle wird der Heiler zum Empfänger und Sender ordnender Informationen und baut zugleich ein starkes harmonisches Energiefeld auf, dessen Ausstrahlung heilsam auf den Klienten wirkt. Auf diesem Weg kann der Schöpfungsplan oder göttliche Logos im Feld und nachfolgend in den Molekülen des Klienten arbeiten. Versuche zeigten, dass sich nach etwa 20 Minuten der Atemrhythmus, die EEG-, EKG-Kurven und Herzraten-Variabilität von Heiler und Klient anzugleichen beginnen. Gedanken und Gefühle von Sender und Empfänger materialisieren sich in Molekülen und steuern Körperprozesse.
Die Wirksamkeit Instruktiven Heilens hängt auch von der Fähigkeit des Anwenders ab, über längere Zeit Achtsamkeit, höheres Gewahrsein und die klare Vorstellung des zu erzielenden Ergebnisses zu halten. Eine regelmäßige Meditationspraxis hilft, diese Qualitäten zu entwickeln. Mit dem aktivierten Herz-Chakra, dem liebenden Zentrum der Einheit und Ganzheit, verfügen wir über ein Instrument, mit welchem wir unsere Befindlichkeit regulieren können, indem wir bewusst heilende Frequenzen erzeugen und aussenden. Ist das denkende Gehirn ruhig, und das Herz in Kohärenz, entstehen Alpha- oder Tetawellen, welche die Tür zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein öffnen. So kann das Körperunterbewusstsein die Informationen leichter aufnehmen. Je stabiler das Feld ist, welches auf diese Weise erzeugt wurde, desto intensiver kann Einfluss auf Felder und Materie außerhalb von uns genommen werden. Auf diese Weise können gewöhnliche Menschen Ungewöhnliches erreichen. Das erwachte liebende Herz stellt durch sein starkes elektromagnetisches Feld die Verbindung zum liebenden Feld des Schöpfers her. Durch höhere Emotionen wird die Synchronisation von Herz und Hirn verstärkt. Die Zirbeldrüse wirkt beim Instruierenden Heilen als Organ der Gedankenübertragung, indem sie, unterstützt durch das aktivierte Herz-Chakra, ihre „Empfangs- und Sendeleistung“ intensiviert.
Als besonders wirksam erweist sich die mit allen Sinnen gefühlte Vorstellung des bereits geheilten Themas. Lebendige Bilder und Gefühle eines frei beweglichen Gelenkes, eine entspannten Nackens, einer bestandenen Prüfung oder befreiten Angst schaffen die Matrix, in welcher sich Heilung leichter vollziehen kann.
Starke negative Gefühle, feindliche oder ängstliche Gedanken verursachen Störungen im Energiefeld und können Krankheiten auslösen. Umgekehrt gilt natürlich auch, dass sich Gefühle der Liebe, des Mitgefühls, der Dankbarkeit und Demut wohltuend und heilsam auf die Gesundheit auswirken. Das Gefühl tiefer Dankbarkeit bewirkt eine Ausschüttung von Hormonen, welche in der Lage sind das Immunsystem zu stärken. Dies bedeutet, dass wir nicht um Heilung bitten, sondern bewusst schon jene Freude fühlen, die sich nach erfolgter Lösung des Problems einstellt. Die innerlich bis ins kleinste Detail und mit allen Sinnen erlebte Dankbarkeit für die Heilung erschafft ein Gefühl der Befreiung und Leichtigkeit, welches den Lebensenergiefluß stark erhöht.
In seinem Buch „Verlorene Geheimnisse des Betens“ schreibt Gregg Braden: „Fühlen ist Beten, hatte ein tibetischer Abt gesagt, genauso, wie es in den Lehren der großen indianischen Weisen und in der christlich-jüdischen Tradition beschrieben ist. … Fühlen ist die Sprache, die der Geist Gottes versteht.“ Noch deutlicher führt er an anderer Stelle aus: „Die Struktur, die der gesamten Schöpfung zugrunde liegt ist eine formbare Essenz, die alles wiederspiegelt, was wir fühlen. Das, was wir erschaffen wollen, müssen wir also zunächst als bestehende Realität empfinden.“
Eine berühmte Turmspringerin brach sich wenige Wochen vor der Olympiade während eines Trainings mehrere Zehen. Mit ruhig gestellten Füßen schien eine Wiederaufnahme ihres Trainings vor der Olympiade eher unwahrscheinlich. So verbrachte sie ihre Zeit damit, sich ihre Sprünge bis ins Detail genau vorzustellen. Auch sah sich die Sportlerin bereits als glückliche Siegerin mit Medaille. Ihre gute Konditionierung und das anhaltende Mental- und Emotionaltraining brachten der Turmspringerin letztlich mit nur zwei Trainingstagen vor dem Wettkampf eine Goldmedaille ein. Bekannt unter Sportlern ist auch das Phänomen, dass, wenn eine langjährig bestehende Bestmarke erst einmal überschritten wurde, es nachfolgend häufiger möglich ist, diese wieder zu erreichen oder zu übertreffen. Ein Forscherteam der Ohio University führte ein interessantes Experiment durch, bei welchem 29 Freiwilligen einen Monat lang die Handgelenke so eingegipst wurden, dass sie nicht mehr bewegt werden konnten. Die Hälfte der Gruppe praktizierte an fünf Tagen die Woche für elf Minuten mit inneren Bildern, dass sie ihre Handgelenke immer wieder beugen und bewegen. Die andere Hälfte, die Kontrollgruppe, tat indessen nichts. Als nach einem Monat der Gips abgenommen wurde, waren die Muskeln der Gruppenmitglieder, welche die Imagination praktiziert hatten, doppelt so stark, wie die der Kontrollgruppe. (1)
Wie intensiv unser Bewusstsein auf den Körper wirken kann beobachtet man bei manchem Tierhaarallergiker, welchem bereits beim Anblick einer Katze im Film die Nase zu jucken beginnt. Und wohl jeder hat schon einmal bei der Vorstellung, in eine saftige Zitrone hinein zu beißen, einen starken Speichelfluss bemerkt.
Diese und viele Beispiele mehr machen deutlich, dass Bewusstsein Materie steuert. Ein genügend stark mit emotionaler Energie aufgeladener Gedanke kann Funktionen innerhalb und außerhalb unseres Körpers steuern. Diese Fähigkeit unseres Geistes ist jenes Potential, welches beim Instruierenden Heilen wirkt. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ob Gebete, Segnungen, Instruktionen oder Gesänge … Entscheidend ist deine Hingabe, deine Liebe, deine Zentriertheit und die Klarheit deines Tuns.

Dipl. Phil. Patricia Gulde

Quellen:
Dr. Joe Dispenza, Werde übernatürlich, KOHA Verlag, S.77 (1) Choa Kok Sui, Die hohe Kunst des Pranaheilens, KOHA Verlag, S. 333 f. Gregg Braden, Verlorene Geheimnisse des Betens, EchnAton Verlag

Über die Liebe zu dir selbst

Wenn du von vielen Seiten immer wieder über die Notwendigkeit dich selbst zu lieben hörst, liegt es wohl daran, dass Selbstliebe in unserem Kulturkreis noch kein Selbstverständnis ist und manchmal missinterpretiert wird. Darum soll von vornherein deutlich gemacht werden, dass Selbstliebe nichts mit Selbstbezogenheit zu tun hat. Ein anderes Missverständnis liegt darin begründet, vielleicht anzunehmen, dass tiefe Liebe zu sich selbst verhindern könnte, sich seiner Schwachpunkte bewusst zu werden und an ihnen zu arbeiten, da man ja sozusagen durch eine rosarote Brille auf sich schaut.
Der selbstbezogene Mensch sieht die Welt in erster Linie von seinem eigenen Standpunkt aus an. Es fällt ihm schwer, die Beweggründe anderer Menschen zu verstehen. Dadurch wirkt sein Gestus mitunter dominant und rechthaberisch. Selbstbezogen denkende Menschen stehlen oft Energie von anderen, in dem sie unaufhörlich von ihren Problemen, Beschwerden, ihren Vorhaben oder ihrem Besitz sprechen. Ihnen fehlt die „Antenne“ für ihr gegenüber. Auch spürst du ihre Intoleranz gegenüber anderen Denkweisen oder Religionen. Sie versuchen direkt oder subtil Druck auf andere auszuüben und nutzen nicht selten Menschen für ihren persönlichen Vorteil aus. Ein Weg aus solchen einengenden Wesenszügen führt zunächst einmal über eine Phase ehrlicher Selbstbetrachtung. Das kann schmerzhaft sein. Wenn dieser Schmerz zugelassen wird, der Mensch anfängt zu bereuen und fest entschlossen ist künftig anders zu denken und zu handeln, kann er sich aus dieser Enge befreien. Regelmäßige Vergebungspraxis, sich selbst mit einbezogen, das Praktizieren der Zwei Herz-Meditation, Dienen und Spenden ohne etwas dafür zu erwarten und täglich mehrmals liebevoll über andere Menschen denken und sprechen sind wirksame Methoden, um aus dem Dilemma herauszufinden.
Das zweite Missverständnis auf dem Weg bedingungsloser Selbstannahme, welches in der Angst liegt, eine unliebsame Eigenschaft oder Situation könnte bis ans Ende meines Lebens fortdauern, wenn ich mich zu sehr liebe, steht wohl vielen um ihre Entwicklung bemühten Menschen im Weg. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Die Situation hat dich nur dann wirklich im Griff und ändert sich keinen Deut, solange du sie nicht akzeptierst. Du machst die verschiedensten Emotionen durch und wirst wütend auf dich selbst, dass daraus sogar Zwänge erwachsen können. Jedes Mal wenn du dich verurteilst, liebst und akzeptierst du dich nicht wirklich. Wahre Selbstliebe heißt, dich so anzunehmen, wie du bist und das Geschehen um dich herum so wahrzunehmen wie es ist. Je mehr du versuchst eine Seite deines Selbst zu unterdrücken, umso stärker wird sie. Beobachte dich einmal, wenn du ärgerlich oder wütend bist. Wenn du dir erlaubst, wütend zu sein, kannst du dich während des Wutanfalls beobachten. Du spürst wie dein Körper, deine Emotionen und dein Verstand agieren. Wenn du dich weiter beobachtest ohne dich zu verurteilen, dauert dein Wutanfall nicht lange. Dies ist ein ganz wesentlicher Schritt zur Selbstannahme. Fehler die uns passieren und die wir als solche erkennen, sind notwendige Erfahrungen die jeder Mensch macht. Du kannst das Wort „Fehler“ auch gern durch „Lernaufgabe“ ersetzen. Und wenn du beginnst dich wirklich zu lieben, wird es dir leichter fallen, dich um deine Lernaufgaben zu kümmern. Denn Menschen, die man liebt, um die kümmert man sich doch gerne, stimmt’s?
Wenn du dir erlaubst, dich so anzunehmen, wie du gerade bist, räumst du anderen Menschen das gleiche Recht ein. Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, wie schnell du dich von Menschen entfernst, wenn du anfängst sie zu verurteilen oder zu beschuldigen? Das gleiche geschieht in deiner Beziehung zu dir selbst. Du entfernst dich von deinem wahren Wesen, das liebevoll ist und Liebe empfangen möchte.
Je mehr du dich vor Ablehnung fürchtest, desto mehr Aggression verspürst du. Wenn du überzeugt bist, dass andere dir grollen und dich ablehnen, umso mehr gerätst du in die Defensive. Wenn dich jemand kritisiert, hältst du dich für wertlos. Erst wenn du das Stadium der bedingungslosen Akzeptanz deines Selbst durchlebst, ist eine Transformation möglich. Wenn ein Teil von dir einen anderen Teil ablehnt, besteht der erste Schritt darin, dir das Existenzrecht des abgelehnten Teils einzuräumen. Es ist ein Zeichen von falschem Stolz, wenn wir uns nicht vergeben können oder wollen. Selbstvergebung bewirkt eine erstaunliche innere Wandlung. Du wirst von einer schweren Last befreit, fühlst dich leichter und siehst sogar jünger aus.
Wenn du dich weiterentwickeln möchtest, ist eine freundliche Beziehung zu dir selbst die erste Voraussetzung. Liebe dich so, wie eine Mutter oder ein Vater ihr Kind lieben, obwohl es manchmal bockig, wütend oder faul ist. Wenn du dich ständig für wenig liebenswert hältst, verlierst du viel Lebensenergie. Allein die Frequenz der Liebe in deinem innersten Wesen erlaubt es dem höchsten göttlichen Sein, welches nichts anderes als reine Liebe ist, mit deinem Feld in Resonanz zu gehen, dich zu nähren und zu heilen.
In der liebevollen Annahme deines ganzen Wesens und aller Geschehnisse um dich herum verbirgt sich eine große Quelle der Kraft. Je mehr ich ablehnend bin und nein sage, desto weiter bin ich von der Wahrheit entfernt. Manchmal kann aber auch ein anderen Menschen gegenüber freundlich ausgesprochenes „Nein“, Ausdruck des inneren „Ja“ zu dir selbst sein. Das ist ebenso eine Form von Selbstliebe.
Anhaltendes Bedauern deiner Vergangenheit raubt dir gleichfalls Mengen an Lebenskraft. Deine Gedanken kreisen schmerzhaft um Ereignisse, die nicht mehr zu ändern sind. Damit nimmst du dir deine ruhige Zentriertheit im Hier und Jetzt, der einzigen Realität, die wirklich existiert und die du beeinflussen kannst. Ein Schlüsselsatz, um Frieden zu schließen, mit allem was hinter dir liegt lautet: „Ich sage ja zu meiner Vergangenheit und segne sie“. Das befreit und erlaubt dir dein schöpferisches Potenzial in der Gegenwart zu erkennen. Wenn du dir deine Lernaufgaben bewusst machst, dir vielleicht notierst, was du ablegen und was du entwickeln möchtest, kannst du dein eigener liebevoller und achtsamer Mentor und Coach sein. In den Golden Lotus Sutras von GMCKS findest du jede Menge kostbarer Impulse dafür.
Um gesund an Körper und Seele zu werden und zu bleiben ist das Wahrnehmen, Annehmen und Transformieren deiner Emotionen durch mitfühlende Liebe entscheidend. Wenn du durch Einsatz deiner Willenskraft Achtung gegenüber dir selbst hervorrufst, deine Selbstbewertung erhöhst und den Glauben an deine Kraft vertiefst, wird sich das in jeder Zelle deines Organismus wiederspiegeln. Aktiviere Freude, Dankbarkeit, Liebe und Akzeptanz dir selbst gegenüber immer wieder, bis sie zum Zustand deines Wesens werden.
Praktizierte Selbstheilung bedeutet auch ein beständiges Aktivieren der körpereigenen Intelligenz durch bewusste anhaltende liebevolle Güte zu dir selbst. Schließlich haben wir diese Intelligenz auch durch unbewusstes denken, fühlen, handeln und unterdrückte Emotionen gestört. Jede unserer Billionen Zellen besitzt ein eigenes Intelligenzzentrum. Aktive Selbstheilung erfordert, dass du dir die gleiche Liebe, Hingabe und Achtsamkeit entgegenbringst, wie in der heilenden Zuwendung welche du anderen Menschen gibst. Wenn du deine Selbstheilung ausschließlich wie eine unumgängliche Pflichtübung praktizierst, wird dein Erfolg nur mäßig sein.
Die höchste Liebe die ein Mensch empfinden kann, ist die Liebe zu Gott. Wenn du dir bewusst machst, dass du den göttlichen Funken in deinem Inneren trägst, wird diese Erkenntnis auf dem Weg der Liebe zu dir selbst eine Brücke sein.
Natürlich strahlst du beständig aus, was du über dich denkst. Wenn du dich in der Vergangenheit öfter verurteiltest und dachtest, dass du versagt hast oder dass du es nicht geschafft hast, ist es an der Zeit, diese negativen Programmierungen aufzulösen. Wie wäre es mit folgenden Affirmationen: „Einiges habe ich ganz gut gemacht“. „Ich muß nicht perfekt sein“, „Ich gebe mein Bestes“.
Wichtig für ein gutes Selbstwertgefühl ist auch, daß du dich nicht mit anderen vergleichst, glücklich und zufrieden bist, mit dem was deine momentane Lebensaufgabe ist. Glück stellt sich nicht durch Erfolg ein sondern umgekehrt: Wenn du beschließt glücklich zu sein, wirst du auch bald erfolgreicher werden. Was immer du aus deinem Innersten Wesen ausstrahlst, kommt zu dir zurück. Wenn du stärker in Kontakt mit der Liebe zu dir selbst kommst, suchst du sie nicht ständig im Außen. Denn Liebe von außen kommt und geht. Manchmal ist Liebe, die von anderen kommt, bedingte Liebe. Menschen lieben dich, weil du ihre momentanen Bedürfnisse stillst. Sobald du aufhörst ihre Bedürfnisse zu erfüllen, verändern sich ihre Gefühle. Gott sei Dank gibt es auch Ausnahmen. Manche Menschen lieben dich bedingungslos. Und sie sind nur deshalb in der Lage dich auf diese Weise zu lieben, weil sie zur Quelle der Liebe in ihrem Inneren gefunden haben. Diese Quelle entspringt dem Zentrum deines Herzens. Sie zu entdecken und beständig aus ihr heraus zu schöpfen, ihren Segen zu spüren und auf alles, was dich umgibt auszustrahlen, das ist dein eigentlicher Lebenssinn. Liebe beginnt in deinem Bewußtsein. Um Liebe auszustrahlen und zu bekommen, musst du sie dir unbedingt selbst entgegenbringen.
Und wenn du in deiner nächsten Zwei-Herz-Meditation die Erde und ihre Bewohner mit Liebevoller Güte segnest, dann segne auch dich selbst und das kleine Kind, das du einmal warst mit sehr viel Wärme und Zuneigung. In jedem von uns wohnt dieses kleine Kind, das sich manchmal der Liebe nicht wert fühlt. Nimm es in deine Arme und versichere ihm, dass es liebenswert ist.

Dipl. Phil. Patricia Gulde

Vom Annehmen und Loslassen

Ein Hexenschuss hatte mich plötzlich lahmgelegt. Steif und unbeweglich lag ich im Bett, unfähig aufzustehen und mich anzuziehen, ohne vor Schmerzen halb ohnmächtig zu werden. Ein Glück, dass wir Prana-Heilung erlernt haben, dachte ich zu meiner Beruhigung. Der Schmerz und die Gedanken an die vor mir liegenden Aufgaben und Termine waren jedoch zu präsent, um mich entspannt auf eine Selbstheilung einlassen zu können. Deshalb bat ich meinen Mann um eine Prana-Behandlung. Nachdem er das Nötigste zur Versorgung unserer Kinder und die dringendsten Arbeiten im Büro erledigt hatte, behandelte er mich sorgfältig mit Prana. Die Schmerzen veränderten sich nur minimal. Deshalb rief mein Mann am darauffolgenden Tag eine kompetente Orthopädin aus unserer Prana-Community an, um in Erfahrung zu bringen, was wir noch zur Verbesserung der Situation tun können. Das Telefon war auf Raumton gestellt, so dass ich aus dem benachbarten Zimmer das Gespräch verfolgen konnte: „Was können wir machen, Patricia hat einen Hexenschuss und kann vor Schmerzen nicht einmal aufstehen.“ Darauf antwortete die Ärztin freundlich aber bestimmt: „Sie hat jetzt auch nicht aufzustehen!“ Diesen Satz wiederholte ich danach fortwährend wie ein Mantra – Ich habe jetzt nicht aufzustehen … – und ergänzte für mich – … Ich kann jetzt so lange liegen, wie es gut für mich ist. Ich lasse alle Sorgen und Ängste los.
Das was ich mir lange nicht zugestanden hatte, meinem Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung nachzukommen, ermöglichte mir jetzt mein heftiger Rückenschmerz. Allmählich konnte ich mein Symptom steif und unbeweglich zu sein, in freundlicher Betrachtungsweise als ruhig und still annehmen. Kurz darauf spürte ich ein warmes Pulsen im unteren Rücken. Beim nächsten Versuch aufzustehen bemerkte ich eine erste kleine Verbesserung. Unbewusst hatte ich die Zeit vor dem Hexenschuss zu viel Druck auf mich ausgeübt, wollte alle anstehenden Aufgaben mit gleicher Hingabe bewältigen und bemerkte in den Momenten, wo ich meinem Bedürfnis nach Ruhe ein wenig nachgab, wie mich schlechtes Gewissen bedrängte. Dann rechtfertigte ich mich vor mir selbst, dass ich ja regelmäßig körperliche Übungen und Meditation praktiziere. Das muss genügen!
Kann es also sein, dass ich in meiner Krankheit genau die Eigenschaften und Verhaltensweisen auslebe, die ansonsten nicht zulasse? Mein Heilungsprozess hängt also auch von meiner Bereitwilligkeit ab, mit dem Symptom Frieden zu schließen und mich nicht allein auf eine Behandlung von aussen zu verlassen, um von dieser eine möglichst rasche Beseitigung meines Leidens zu erwarten. So kann ich ein Symptom auch als Botschafter für mich verstehen, welcher eine von mir vernachlässigte Seite meines Wesens wahrnehmbar macht. Bin ich von einer solchen Einsicht durchdrungen, bewirkt auch die Prana-Heilung wesentlich schnellere Ergebnisse. Diese Erfahrung liegt nun sechzehn Jahre zurück. In meinem eigenen Prozess, bei der Arbeit mit Klienten und Seminarteilnehmern begleitet mich seither dieser Pfad des Annehmens und Loslassens als wesentlicher Schlüssel für einen erfolgreichen Heilungsverlauf.
Im Buch Prana-Selbstheilung weist Stephen Co auf dieses Thema mit einem Zitat des bekannten Psychologen G. Hendricks hin: „Alle negativen Emotionen sind sanfte, kurzlebige Wellen, wenn wir uns nicht dagegen wehren, sie zu empfinden.“ Akzeptieren wir unsere schwierigen Gefühle und Schmerzen nicht, oder versuchen diese zu verdrängen, erzeugt dies einen immensen inneren Druck, welcher auch den Fluß der Lebensenergie einschränkt. Körperliche und seelische Schmerzen zunächst einmal wahrzunehmen, zuzulassen und anzunehmen, sich ihnen zu ergeben, bedeutet keinesfalls sich hängen zu lassen oder aufzugeben. Ein Loslassen von Schmerzen, die ich zuvor nicht angenommen habe ist kaum möglich. Wir bleiben im Problem stecken.
Wenn wir mit dieser Strategie noch nicht so vertraut sind, tragen wir ein riesiges Reservoir angesammelter schwieriger Emotionen und nutzloser Überzeugungen mit uns herum. Der angestaute Druck macht uns unglücklich, verursacht jede Menge Probleme und auch körperliche Missempfindungen. Vielleicht waren wir auch schon an einem Punkt angelangt, wo wir uns mit diesem Zustand abgefunden hatten und der Meinung verfallen waren, dass dies zum Menschsein dazu gehört. Andererseits versuchten wir dennoch, mittels bewusster und unbewusster Ausweichmanöver dieser unangenehmen Lage zu entkommen. Die Gedanken als solche sind nicht schmerzhaft. Allein die Emotionen, welche mit ihnen verbunden sind, verursachen Schmerzen. Jene Wahrheit vermittelt uns auch Eckhard Tolle, ein großer Weisheitslehrer unserer Zeit, wenn er vom Emotionalkörper als dem „Schmerzkörper“ spricht. Der Schmerzkörper vieler Menschen befindet sich in einem dauerhaften Erregungszustand, was sich zerstörerisch auf ihre Persönlichkeit und ihr Umfeld auswirkt. Angesammelter Druck von schwierigen Gefühlen produziert immer neue Gedanken. Oft sind es nicht enden wollende Gedankenketten, welche sich um nur eine schmerzliche Erinnerung ranken. Gelingt es uns, dieses schmervolle Gefühl anzunehmen, sich ihm zu ergeben und es danach loszulassen, indem wir nicht mehr länger mit ihm identifizieren, würden all diese Gedanken verschwinden. Darin erfüllt sich der Sinn jeglicher Vergebungspraxis.
David R. Hawkins, Mediziner, Wissenschaftler und Mystiker, analysiert in seinem Buch „Loslassen – Der Pfad widerstandsloser Kapitulation“ eindrucksvoll, mit welchen Methoden der Mensch vergeblich seinem Gefühlsdrama zu entkommen versucht und auch, welch einfache Strategie aus dem Dilemma führt. Hawkins stellt zunächst die üblichen Arten, mit schmerzhaften Emotionen umzugehen vor: Diese sind Verdrängung und Unterdrückung, Ausdruck und Flucht.

Verdrängen und Unterdrücken

Wenn wir schwierige Gefühle verdrängen, liegt es daran, dass so große Schuldgefühle und Angst mit diesem Gefühl einhergehen, dass es kaum bemerkt, sofort ins Unbewusste gestoßen wird. Auf Grund von Schuld und Angst verdrängen wir die urteilsfreie Wahrnehmung in uns. Anstatt es zu fühlen, projizieren wir was uns schmerzt auf die Welt, auf andere Menschen und die uns umgebenden Umstände. Projektion ist ein sehr häufig angewandter Mechanismus in der heutigen Zeit. Im größeren Maßstab ist er sogar ein Auslöser für Konflikte, Unruhen und Kriege. Es ist zur gesellschaftlichen Normalität geworden, den sogenannten Feind zu hassen. Wir beziehen unseren Selbstwert auf Kosten anderer Menschen. Das spaltet schließlich die Gesellschaft. Der Mechanismus der Projektion liegt jedem Angriff, aller Gewalt und Aggression und jeder Form gesellschaftlicher Zerrüttung zu Grunde. Wir befinden uns gegenwärtig inmitten eines solchen Prozesses. Im Unterschied zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfügen wir heute jedoch über weitaus größere Möglichkeiten von Teilhabe an der Vielfalt geistiger Entfaltungsmöglichkeiten, einer weltweiten Friedensbewegung und einer dynamischen spirituellen Entwicklung.
Anhaltendes Verdrängen von Gefühlen verursacht Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Bluthochdruck, Allergien und andere psychosomatische Leiden. Dies wiederum führt immer mehr Betroffene auf die Suche nach einer wahrhaftigen Lösung und letztendlich auf den Weg der Erkenntnis. Somit wird das Leid immer mehr zum Auslöser des Erwachens.

Ausdruck

Viele Menschen glauben, dass das Ausdrücken ihrer unangenehmen Gefühle im Aussen, sie von diesen befreit. Das Gegenteil tritt ein. Wir verbreiten und verstärken das Gefühl und verleihen ihm so noch zusätzliche Energie. Laden wir unsere angestauten Emotionen auf unseren Mitmenschen ab, erleben sie dieses Verhalten als Angriff. Das führt zur Verschlechterung und Zerrüttung von Beziehungen. Öfter wird das Zulassen von schwierigen Gefühlen mit dem Auslassen an Anderen verwechselt. Übernehmen wir hingegen Verantwortung für unsere Gefühle, sind bemüht, uns nicht mit ihnen zu identifizieren und diese schließlich zu neutralisieren, befinden wir uns auf dem richtigen Weg.

Flucht

Flucht ist ein weiterer Versuch, unangenehmen Empfindungen durch Ablenkung zu entkommen. Auf diesen Ausweg zielt im Wesentlichen die Unterhaltungs- und Genussmittelindustrie ab. Aber auch der Workaholic und der sich durch eine endlose Vielzahl von Aktivitäten ablenkende Mensch, flüchtet vor seinem innersten Wesen. Diese Flucht kann sich von einer Neigung zu einem Suchtverhalten entwickeln, welches unbewusst aufrechterhalten wird, um die Gefühle davon abzuhalten an die Oberfläche zu kommen. Mit der rasant fortschreitenden Digitalisierung des Alltags weiten sich die Fluchtmechanismen gegenwärtig ins Unermessliche aus.
Wollen wir unangenehme Gefühle loswerden, geht es immer zuerst darum, die Emotion zur Kenntnis zu nehmen, sie zu akzeptieren, ihr zu erlauben da zu sein. Jeder Widerstand gegen die Emotion lässt sie fortbestehen. Indem der Mensch gegenwärtig wird, seinen Schmerz wahrnimmt ohne sich mit ihm zu identifizieren, wird er sich dessen bewusst, dass es eine Instanz jenseits des Schmerzes gibt. Sich gegen etwas zu sträuben, was vorhanden ist, erzeugt immer Schmerz. Es ist so, als ob du mit deinen Händen gegen eine Wand drückst, um sie weg zu schieben. Die Wand bleibt bestehen, deine Hände schmerzen. Lässt du los und trittst zurück, verliert sich der Schmerz in deinen Händen und deine Perspektive weitet sich.
Sicher hast du inzwischen bemerkt, dass du diesen Mechanismus schon oftmals erfolgreich in deinem Leben angewandt hast. In dem Moment, wo du loslässt, öffnest du dich für einen anderen Weg. Im täglichen Leben machst du immer wieder die Erfahrung, dass angestrengtes Suchen nach einem Begriff oder Gegenstand selten erfolgreich ist. In dem Moment, wo du loslässt und vertraust, präsentiert sich die richtige Lösung. Du musst dich nur immer wieder an die Strategie des Annehmens und Loslassens erinnern. Dies wird sich heilsam auf alle Bereiche deines Seins auswirken, dein spirituelles Wachstum voran bringen und deine Erfüllung im Leben Wirklichkeit werden lassen.

Dipl.-Phil. Patricia Gulde

Quellen:
C. Kössner, Dr. L. Leeb, A. Senger. Meine Krankheit spiegelt mich
Stephen Co & Dr. Eric Robins. Prana-Selbstheilung
Eckhard Tolle. Eine neue Erde
Dr. med., Dr. phil. David R. Hawkins

Die Sichtbarkeit des Feinstofflichen

Licht in Meisterwerken Christlicher Kunst

Unsere Sprache und Bildwelt und damit unser Denken in Metaphern und Symbolen ist reich an Ausdrucksweisen, welche dem Licht eine besondere Bedeutung zuweisen. Zuweilen geht uns ein Licht auf, wir rücken etwas ins rechte Licht, ein Kind erblickt das Licht der Welt, etwas leuchtet ein. Sein Licht sollte man nicht unter den Scheffel stellen …
Die fundamentale, natürliche, naturgeschichtliche und spirituelle Rolle des Lichts und seines wichtigsten Spenders, der Sonne, hat auch in der Kulturgeschichte der Menschen Spuren hinterlassen, die von Wissenschaft und Ästhetik, der Religion und Technik bis zu den Darstellungsmedien reicht. Bis heute können die Naturwissenschaften den physikalischen Charakter des Lichts nicht eindeutig erfassen. Unter bestimmten Bedingungen verhält es sich wie ein Materieteilchen, dann wieder wie elektromagnetische Wellen. Der Quantenforscher Arthur Zajonc resümierte 1994: „Je tiefer ich theoretisch und experimentell in die Quantentheorie des Lichts eindrang, desto wunderbarer erschien mir sein Charakter…Während der letzten Jahrhunderte hat man die künstlerischen und religiösen Aspekte des Lichts streng von seiner wissenschaftlichen Untersuchung getrennt. Ich glaube, es ist an der Zeit, sie wieder zu berücksichtigen, damit wir wieder ein vollständigeres Bild vom Licht gewinnen, als es eine einzelne Disziplin vermag.“
Während sich die Wissenschaft in der Auseinandersetzung mit dem Lichtphänomen um große Präzision bemühte, waren den Künstlern und ihren Auftraggebern die vielfältigen irrationalen Eigenschaften des Lichts für die Darstellung im Kunstwerk stets willkommen. In der europäischen Kunstgeschichte hat sich das Licht in Verbindung mit dem Christentum zu einem der bedeutendsten Gestaltungsmittel entwickelt.

Mittels Schulung der eigenen Wahrnehmung und Sensitivität erhält man als Student der Pranaheilung die Möglichkeit auch die feinstoffliche Erscheinung der belebten und unbelebten Natur zu erschauen, was in meiner persönlichen Erfahrung einer Initiation gleich kam.
Als Kunsthistorikerin erschlossen sich mir nun vertraute Werke christlicher Kunst auf einer tieferen Verständnisebene. Über den Symbolcharakter des Lichts weit hinausführend, kann die Auseinandersetzung mit der Multidimensionalität des Lichts zu einer Begegnung mit der letztendlichen Wahrheit und Wirklichkeit führen.
In zahlreichen Kulturen waren Licht und Sonne neben anderen Naturkräften leitend für die Gestaltung von Schöpfungsmythen und Gottesverkörperung. „Und Gott sprach, es werde Licht und es ward Licht“ heißt es in der Genesis. In diesem Zusammenhang verstehen wir Licht als Manifestation der Göttlichkeit, als kosmische Schöpfung, Logos oder universelles Prinzip in jeder Erscheinung. Ein großes Ausmaß an innerem Licht wird bei hochentwickelten Seelen auch als Erleuchtung bezeichnet. Licht steht ebenso für die Quelle des Guten, der Liebe und der Entfaltung des Lebens. „Aus dem Quell des Lichts im Denken Gottes ströme Licht herab ins Menschendenken. Es werde Licht auf Erden!…Durch das Zentrum, das wir Menschheit nennen, entfalte sich der Plan der Liebe und des Lichts und siegle zu die Tür zum Übel“. Aus der großen Invokation nach Alice Bailey

Das Bildlicht im Mittelalter

Der Sinn des mittelalterlichen Bildlichtes ist ein metaphysischer. Gott wird mit dem Licht oder dem lichtspendenden Feuer identifiziert. Gott ist Licht im eigentlichen, nicht bloß im bildlichen Sinne. „Gott ist Licht und es gibt keine Finsternis in ihm.“ Augustinus
Den Menschen des Mittelalters erschien das physische Gold als das herabgeholte Licht der Gestirne. In der christlichen Kunst scheint der Glanz des Goldes, das ewige Licht Gottes verkörpern zu können. Die Goldmosaiken an Wänden, Kuppeln und Apsiden zahlreicher Gotteshäuser, die Goldgründe der Buch- und Tafelmalerei stellten die Gestalten und Szenen der Heilsgeschichte vor einen ewigen Horizont. Der französische Abt Suger schrieb im 12. Jh. christlichen Kultgegenständen aus Gold, Silber und Edelsteinen eine über die ästhetische weit hinausgehende Wirkung auf das Gemüt der Gläubigen zu. Der Anblick von glänzendem Gold und farbigen funkelnden Steinen beschrieb er als Levitationserlebnis. Die edlen Gegenstände hätten ihn als Gläubigen von dieser niedrigen in eine höhere Welt versetzt. Damit beschrieb er eine mittlerweile in der Wissenschaft unbestrittene Wirkung solcher Materialien und ihrer Farben auf die menschliche Psyche und begriff ihre Betrachtung als religiöses Erlebnis.

Ein bemerkenswertes Zeugnis wie Licht sowohl in optischem Beleuchtungssinn als auch in spiritueller Bedeutungsebene zum Einsatz kommt, finden wir im Mosaik der goldenen Pfingstkuppel in San Marco, Venedig aus dem 12. Jh. Natürlich wirkendes Licht modelliert die Gewänder der zwölf im Kreis angeordneten Apostel. Über ihren Köpfen erscheint die Flamme, entzündet durch die Ausgießung des heiligen Geistes, welcher im Zentrum der Kuppel als Taube verkörpert ist. Die Lichtbrücke oder spirituelle Schnur über ihren Häuptern verbindet die Apostel mit der Quelle.
Gottvater, Heilige, Engel und Erleuchtete erscheinen in zahlreichen Kunstwerken selbst als Quelle des Lichts. Sinnbildlich ist hier ein Sendelicht gemeint, dass auch als Offenbarungslicht verstanden werden kann. In der Maria mit dem Jesusknaben im Strahlenkranz von Dalmasio aus dem 14. Jh. sind Irdisches und Sendelicht in besonders schöner Weise verwoben. Marias Aura mit Strahlenkranz auf Goldgrund ist die Quelle des Himmlischen Glanzes, welcher ihre Gestalt, die des Kindes als auch die anbetenden Engel im nachtblauen Himmel beleuchtet.

Licht in der Renaissance und beginnenden Neuzeit

Im Verlauf des 15. Jh. wird der Goldgrund zunehmend durch eine malerische Erfassung der Wirklichkeit abgelöst. So erscheint die strahlende Aura des 3- jährigen Mädchens in Tizians Wandbild Maria Tempelgang als gemaltes Licht.
Eindrucksvolles Sendlicht von außerordentlicher Leuchtkraft umgibt den Engel in Raffaels Wandbild Die Befreiung Petri aus dem Jahr 1514. Gleißend hell und doch transparent, durchstrahlt die Aureole des Engels das Kerkerdunkel. Mit großer Sicherheit beherrscht Raffael die Darstellung der Lichtreflexe und Schatten, ja er lässt sogar die Hand Petri virtuos durch die Aura des Engels dringen.
Ein besonders erhabenes Werk welches natürliches und transzendentes Licht vereint, ist die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem gleichen Jahr. Das Gemälde zeigt die Epiphanie, die Erscheinung von Heiligen. Aufrecht und souverän schreitet die Gottesmutter über die Wolken. Durch ihre Bewegung bauschen sich Gewand und Schleier im Wind. Raffael inszeniert die überirdische Erscheinung der Maria mit neuen Mitteln. Um die Gestalt der Maria bildet sich eine Lichtgloriole, ein sakrales Leuchtlicht, hier eingelassen in die Atmosphäre des natürlichen Himmels, der aber andererseits durch die wolkenhaften Engelsköpfchen auch in figürlichem Bezug zum Himmel Gottes gesetzt ist.
Zeitgleich mit der Sixtinischen Madonna entstand unter der Meisterschaft Matthias Grünewalds, nördlich der Alpen, eine der bildgewaltigsten Schöpfungen gemalten sakralen Leuchtens – Die Auferstehung Christi im Isenheimer Altar. „Der Auferstehende entfährt mit herrlichem Schwung der Enge des schweren Sarkophags in die Unendlichkeit des Himmels aus der irdischen Nacht in die Glorie des Lichts.“ Georg Scheja
Die Ausstrahlung dieser Darstellung entfaltet sich aus der überwirklichen Gegensätzlichkeit einer Sonnenvision in der Sternennacht. In wunderbarer Einheit von Ruhe und Bewegung schwebt die Gestalt Christi in einem riesigen Kreisnimbus aus verschiedenfarbig fluoreszierendem Licht empor. Der innere sonnengelbe Kern der Gloriole hat das Andlitz und den Oberkörper Christi nahezu entmaterialisiert und das Gewand auf den Schultern gelb gefärbt. Dieser Kern wird umschlossen von einem Kreis roten Lichts, welches die Unterseite des Leichentuchs anstrahlt. Der rote Lichtkreis geht in einen äußeren blauvioletten über, dessen Wiederschein sich unten auf den Tüchern spiegelt. Aus den Wundmalen der zum Segensgestus empor gehobenen Hände fließen Strahlen goldgelben Lichtes. Jesus erscheint nicht im Licht, er ist selber Licht geworden. Grünewald hat als erster die Gestalt des Auffahrenden in einen Lichtleib verwandelt und hebt das Geschehen so auf die Ebene des Feinstofflichen. Die Auferstehung geschah nach Markus gleichzeitig mit dem Sonnenaufgang. Die Nähe des Göttlichen ist gleichsam bestimmbar durch eine immer intensivere Durchleuchtung und Entstofflichung. „Sein Antlitz leuchtet wie die Sonne“ Offenbarung 1:16
In diesem Sinne ist die Sonne das spirituelle Gleichnis Christi. Der Auferstandene, reine Liebe und Licht ausstrahlende Christus leuchtet ähnlich der uns vertrauten Darstellung des Herzchakras entgegen.
„Die höchste spirituelle Erfahrung ist die unmittelbare Wahrnehmung Gottes, und um diesen Zustand zu erlangen, muss man das Herz läutern. Allein die Reinheit des Herzens ermöglicht die Verbindung mit Gott.“ Paramahansa Yogananda
„Seelig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Matthäus 5.8
Das zentrale Anliegen der Mission Jesu war die Liebe. Erfüllt von allumfassender Liebe forderte er die Menschen auf, ihm auf dem Weg der Befreiung zu folgen und inspirierte durch sein Beispiel, Tugenden, wie Vergebung, Liebe für Freund und Feind und vor allem höchste Gottesliebe zu entwickeln. So verstehen wir die Worte: Dein Reich komme, in GMCKS Vater unser Meditation in Verbindung mit unserem Herzchakra als Einladung, uns mit der universellen Liebe zu identifizieren, die im Dienst am Nächsten zum Ausdruck kommt und ihm materiell und geistig hilft.

Eine der berühmtesten Darstellungen der Heiligen Nacht aus dem Jahr 1522 ist das Dresdner Gemälde von Correggio.
Die Szene der Geburt Jesu als Nachtstück darzustellen versteht sich nicht von selbst. In spätmittelalterlichen Bildern dieses Geschehens herrschte zumeist gleichbleibende Helligkeit. Mit zunehmender Beobachtung der Wirklichkeit beginnen am Ausgang des 15. Jh. niederländische und italienische Meister eine Nachtszene als solche zu zeigen. Correggios Heilige Nacht entwickelt ihre Wirkkraft aus einem stark kontrastierenden Helldunkel, einer Ausdrucksweise, deren eigentliche Entfaltung erst 100 Jahre später zu beobachten ist. Eine künstliche Lichtquelle, welche den Stall von Bethlehem beleuchtet, gibt es nicht. Das helle Strahlen geht ausschließlich vom kleinen Körper des Kindes aus und kann so als sakrales Leuchtlicht verstanden werden, in welchem Jesus selbst zur Lichtquelle im Bild wird. Die Komposition führt über eine Diagonale in das seelische Zentrum des Bildes – der Madonna mit dem Kinde. Hier ist das Licht so intensiv, dass sich kaum Schatten bilden und damit Körperliches gleichsam vergeistigt wird. Das Zentrum strahlt umso heller, als es vor dunklem Hintergrund steht, wo Joseph mit Ochs und Esel sichtbar wird und wo das nächtliche Land im Dämmer sich ausbreitet. Das vom Kind ausgehende Licht strahlt die Hirten, eine Säule und die Engelswolke in der linken Bildhälfte an und scheint so intensiv zu sein, dass die Bäuerin ihre Hand angesichts des blendenden Scheins vor ihre Augen hebt. Allein Maria, die Lichtgebärerin, hält dem Leuchten stand. Jesus, das Licht der Welt ist geboren. Sein Erscheinen symbolisiert auf religiöser Ebene neues Leben aus Gott. In diesem Werk geht es auch darum, die Macht und Wirkungsweise der göttlichen Sphäre in die Irdische hinein sichtbar zu machen, aber auch um die Anteilhabe des Irdischen am Göttlichen.

Auf den Betrachter des ausgehenden 16. Jh. mag Tintorettos Abendmahl mit seiner komplexen Lichtsymbolik wie eine optische Sensation gewirkt haben. Der schräg in die Tiefe des Bildraumes führende Abendmahlstisch wird einmal von der Öllampe am linken oberen Bildrand, sowie der Glorie Christi erleuchtet. Im Grenzbereich zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem heben sich transparent leuchtende Engel in himmlischer Körperlosigkeit als immaterielle Lichtwesen vom Raumdunkel ab. Sie scheinen von der Gegenwart und Strahlkraft Jesu angezogen zu sein. Auch um die Jünger herum bildet sich ein Lichtschein in Gegenwart ihres Meisters. Allein, um Judas am Tischende, fehlt der Nimbus. Irdische und transzendente Ebenen sind mittels der Lichtführung so miteinander verschmolzen, dass die Szene den Beginn des Sakraments als Einbruch des Göttlichen in die Wirklichkeit erfahrbar macht.

Rembrandt – Christus in Emmaus 1648

Für die Meister des 17. Jh. und insbesondere für Rembrandt war das Helldunkel eines der herausragenden Ausdrucks- und Gestaltungsmittel. Rembrandts Interpretation biblischer Themen ist stets eine von tiefer Menschlichkeit geprägte. Im Emmaus-Bild begegnet der auferstandene Jesus vor Jerusalem zwei Jüngern und gibt sich ihnen beim Abendmahl zu erkennen. „Da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach´ s und gab´s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn.“ Lukas 24
Jesus hat seine sanftmütigen Augen zum Himmel gerichtet, die hinter ihm liegende Marter hat Spuren hinterlassen. Um sein Haupt zeichnet sich ein Nimbus ab, der ihn mit einem Kranz phosphoreszierenden Lichtes wie mit einem Glorienschein einhüllt. Jesus scheint Kraft seiner göttlichen Wesenheit aus sich selbst zu leuchten. Durch ein unsichtbares Fenster dringt Tageslicht ein. Das Nebeneinander von natürlichem und übernatürlichem Licht, Menschlichem und Göttlichem, Irdischem und Nichtgreifbarem ist in diesem Werk auf wunderbarerweise verwoben.

Durch alle Zeiten und Malstile ist das Licht wesentlicher Ausdrucks- und Bedeutungsträger, wenn es darum geht, Immaterielles, Geistiges, Transzendentes oder Erhabenes sichtbar zu machen. Licht darf als eines der ältesten Symbole aller Religionen gelten und ist daher Sinnbild der alles durchdringenden höchsten Quelle, des Einen, Großen, alle Finsternis überwindenden Göttlichen Seins.

Dipl. Phil. Patricia Gulde

Quellen:
Venedig, Reklams Kunstführer
Christliche Ikonographie in Stichworten, Sachs, Badstübner, Neumann
Lexikon alter Symbole, J. C. Cooper
Engel und Heilige, Claire Llewellyn
Himmlischer Glanz, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Katalog
Der Isenheimer Altar, Georg Scheja
Correggio, Johannes Jahn
Der Yoga Jesu, SRF Paramahansa Yogananda
Rembrandt, Fritz Erpel
Dresdner Gemäldegalerie Alte und Neue Meister, Manfred Bachmann
Erleuchtung eines Optikers, Zeit online über Arthur Zajonc

Bildunterschriften:
1 Lesende Maria aus dem Genter Altar (Detail), Jan van Eyck 1433
2 Pfingstkuppel, Basilica di San Marco, Venedig 12. Jh.
3 Maria mit Jesusknaben, Lippo di Dalmasio um 1400
4 Maria Tempelgang (Detail), Tizian 1534
5 Die Befreiung Petri (Detail), Raffael 1514
6 Die Sixtinische Madonna, Raffael 1514
7 Die Auferstehung Christi aus dem Isenheimer Altar (Detail), Matthias Grünewald 1514
8 Herzchakra, Institute for Inner Studies 1999
9 Die Heilige Nacht, Correggio 1530
10 Das Abendmahl Jacopo Tintoretto 1591
11 Christus in Emmaus, Rembrandt 1648